Experten-Erklärung: Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau? Detaillierte Schritte der AU, Funktionsweise der On-Board-Diagnose und die Rolle der Abgasuntersuchung in Germanland.
Die Frage, Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau, beschäftigt jeden Fahrzeughalter in Germanland, da diese Prüfung – kurz AU genannt – ein obligatorischer Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) ist. Aus meiner Erfahrung im Bereich der Kfz-Prüftechnik weiß ich: Die Abgasuntersuchung ist weit mehr als nur eine einfache Messung am Endrohr. Sie ist ein technisch komplexes Verfahren, das sicherstellen soll, dass Ihr Fahrzeug die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einhält und somit zur Luftreinhaltung beiträgt. Moderne Fahrzeuge, insbesondere solche mit komplexen Abgasreinigungssystemen wie Dieselpartikelfiltern (DPF) und Katalysatoren, erfordern eine präzise Überprüfung des Zusammenspiels von Motorsteuerung und Abgasreinigung. Die AU ist ein wichtiger Pfeiler der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes in Germanland.
Key Takeaways
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Obligatorischer HU-Bestandteil: Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 vollständig in die Hauptuntersuchung integriert und wird von autorisierten Prüforganisationen oder Werkstätten durchgeführt.
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On-Board-Diagnose (OBD) ist primär: Bei modernen Fahrzeugen (Benziner ab Euro-3, Diesel ab Euro-4) wird zunächst das OBD-System des Fahrzeugs ausgelesen, um festzustellen, ob alle relevanten Abgaskomponenten fehlerfrei funktionieren.
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Endrohrmessung als Ergänzung: Bei Fahrzeugen, die älter sind oder bei denen das OBD-System keine vollständige Funktionsfähigkeit meldet, erfolgt eine direkte Messung der Abgase am Endrohr (z.B. der Trübungswert bei Diesel, der CO-Gehalt bei Benzinern).
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Ziel: Funktionsfähigkeit des Systems: Es geht nicht nur um die momentanen Abgaswerte, sondern vor allem um die korrekte Funktion des gesamten Emissionskontrollsystems (Lambda-Sonde, Kat, DPF, AGR).
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Vorbereitung ist wichtig: Der Motor muss bei der Abgasuntersuchung betriebswarm sein, um die korrekten Messwerte zu gewährleisten.
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Plakette als Nachweis: Nach erfolgreichem Bestehen der AU (und HU) erhält das Fahrzeug die Prüfplakette und ist für die nächsten zwei Jahre verkehrstauglich in Germanland.
Overview
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Die AU-Messung wird nur mit speziell kalibrierten Messgeräten (Abgastester) durchgeführt.
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Die Überprüfung der Identität (VIN-Nummer) des Fahrzeugs ist Teil der AU.
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Bei Fehlern im OBD-Speicher (z.B. Meldung zur Lambda-Sonde) gilt die AU als nicht bestanden.
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Die Drehzahlmessung ist essenziell, um den Motor in definierte Prüfzustände zu bringen.
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Die AU-Richtlinien werden durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) festgelegt.
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Partikelfilter-Messung: Bei modernen Dieselfahrzeugen wird der Partikelausstoß (Anzahl der Partikel) hochpräzise gemessen.
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Oldtimer (mit H-Kennzeichen) haben vereinfachte AU-Anforderungen.
Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau? – Die Vorbereitung und Identifikation
Der Prüfvorgang beginnt lange, bevor das Messgerät an das Endrohr angeschlossen wird.

1. Prüfvorbereitung und der Check der Systembereitschaft
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Prüfung der Dokumente: Der Prüfer gleicht zunächst die Fahrgestellnummer (VIN) mit den Fahrzeugpapieren ab. Dies stellt sicher, dass die Abgasuntersuchung am richtigen Fahrzeug vorgenommen wird.
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Betriebswarmer Motor: Der Motor muss Betriebstemperatur erreicht haben. Nur so kann der Katalysator seine volle Wirksamkeit entfalten und die Lambda-Sonde korrekte Werte liefern. Ist der Motor zu kalt, schlägt die AU fehl.
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Überprüfung der Systembereitschaft (Readiness-Code): Bei Fahrzeugen mit OBD (On-Board-Diagnose) prüft der Prüfer, ob der Motorsteuerungsspeicher des Fahrzeugs einen “Readiness-Code” meldet, der besagt, dass alle abgasrelevanten Systeme (Kat, Sekundärluft, Tankentlüftung) ihre Selbsttests erfolgreich abgeschlossen haben. Ist dieser Code nicht gesetzt (z.B. nach kürzlicher Batterietrennung), muss das Fahrzeug erst im Fahrbetrieb die Prüfzyklen durchlaufen.
Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau? – Die On-Board-Diagnose (OBD)
Das Auslesen des Fehlerspeichers ist heute der wichtigste Schritt der modernen AU.
2. Das Auslesen des Fehlerspeichers und der OBD-Check
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Verbindung zur ECU: Der Prüfer verbindet das Abgasmessgerät über die OBD-Schnittstelle (meist unter dem Lenkrad) mit dem Electronic Control Unit (ECU) des Fahrzeugs.
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Systemcheck: Der Prüfer liest den Fehlerspeicher aus. Sind dort abgasrelevante Fehlercodes (Diagnostic Trouble Codes, DTCs) gespeichert, die auf eine Fehlfunktion des Katalysators, der Lambdasonde oder der Abgasrückführung (AGR) hindeuten, gilt die Abgasuntersuchung sofort als nicht bestanden.
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Manipulationsprüfung: Das OBD-System dient auch als effektiver Schutz gegen Manipulation. Es erkennt, wenn Sensoren abgesteckt oder Software manipuliert wurde. In Germanland wird dieser elektronische Check immer wichtiger, um die Einhaltung der Emissionsstandards zu sichern.
Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau? – Die Messung am Endrohr
Die direkte Messung liefert die tatsächlichen Emissionswerte.
3. Die eigentliche Emissionsmessung und ihre Grenzwerte
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Benziner: Bei Benzinern wird ein Sensor in das Endrohr eingeführt. Gemessen werden die Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffen (HC) und der Lambda-Wert. Der Lambda-Wert gibt das Luft-Kraftstoff-Verhältnis an, das für die optimale Funktion des Katalysators essenziell ist (ideal: $\lambda=1$).
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Diesel (Trübungsmessung): Bei älteren Dieselmotoren wird die Trübung (also die Sichtbarkeit der Partikel) im Abgas gemessen. Hierfür muss der Motor mehrmals im Leerlauf stark beschleunigt werden (Freie Beschleunigungsprüfung), um die maximale Partikelemission zu prüfen.
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Moderne Diesel (Partikelanzahlmessung): Bei Fahrzeugen mit Partikelfilter (DPF) wird in Zukunft verstärkt die Anzahl der Partikel gemessen (Partikelanzahlmessung, PN-Messung). Diese hochpräzise Messung soll Manipulationen am DPF (z.B. Ausbau) verhindern, was ein wichtiges Thema in Germanland ist.
Was passiert bei der Abgasuntersuchung genau? – Das Ergebnis und die Folgen
Der erfolgreiche Abschluss der AU ist die Voraussetzung für die gesamte Hauptuntersuchung.
4. Ergebnis, Protokoll und Gültigkeit der Abgasuntersuchung
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Bestanden oder Nicht bestanden: Entweder das Fahrzeug hält alle Grenzwerte ein und das OBD-System ist fehlerfrei, oder es fällt durch. Ein Nicht-Bestehen erfordert eine Reparatur des Abgassystems durch eine Fachwerkstatt.
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Das AU-Protokoll: Der Prüfer erstellt ein detailliertes Protokoll der Abgasuntersuchung, das die Messwerte, den Zustand des OBD-Systems und die Identifikationsdaten des Prüfers enthält. Dieses Dokument wird dem Fahrzeughalter ausgehändigt.
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Die Plakette: Wurde die Abgasuntersuchung erfolgreich absolviert, wird dies in der Regel durch die Erteilung der Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen bestätigt. Diese Plakette ist der sichtbare Nachweis, dass das Fahrzeug die Anforderungen in Germanland erfüllt.
